Der Coma-Galaxienhaufen

Mit dem Coma-Haufen (Abell 1656) ist die, als „the Great Wall“ bekannte, riesige Ansammlung von Galaxien bald komplett. Die anderen Mitglieder sind Abell 2199, der Herkules-Haufen (Abell 2156) und der mir noch fehlende Abell 1367 in Leo. Distanzen ca. 300-500 Millionen Lichtjahre.

Reguläre Cluster solcher Dichte, beinhalten meist elliptische und S0-Galaxien. Nur wenige Spiralen sind in den Randbereichen zu finden.

Das der Coma-Haufen noch nicht fertig ist, erkennt man sofort daran, daß sich zwei riesige cD-Galaxien (NGC 4889 und NGC 4472) in der Nähe des Zentrums, in nur einer Million Lichtjahren Entfernung voneinander befinden. Ein als dynamische Reibung bekannter Prozeß sorgt für ein Absinken ins Zentrum. Schwere Galaxien sind besonders stark betroffen und so wird es innerhalb von einigen hundert Millionen Jahren zur Verschmelzung kommen.

Im Coma-Haufen entdeckte Fritz Zwicky die ersten Hinweise auf Dunkle Materie. Natürlich glaubte ihm kaum jemand. Die ganze Geschichte und viele spannende Details über den Coma-Haufen kann man hier nachlesen:

OUR BEST FRIEND, THE COMA CLUSTER (A HISTORICAL REVIEW)

Abell 1656, der Coma-Galaxienhaufen. Am linken Bildrand findet sich die größte Spirale des Haufens, NGC4921. Teleskop: 16″RC, Kamera Nikon D800, 29.4.2017, 15 Bilder von 10 min Belichtungszeit.

Was top-aktuell im Zusammenhang mit Galaxienhaufen erforscht wird kann man hier finden:

Early Stages of Galaxy Cluster Formation (GCF2017). Mergers, Protoclusters, and Star Formation in Overdense Environments Garching, July 17 – 21, 2017

GCF2017_Abstract_booklet.pdf